Religion gehört zu jenen Dingen auf der Welt, die abgeschafft und vergessen werden müssen. Jede Religion behauptet von sich immer wieder ihre Religion sei eine Religion der Nächstenliebe und Toleranz. Nun mag das angesichts einiger fehlgeleiter islamischer Terroristen besonders für den Islam als unglaubwürdig erscheinen, aber auch das Christentum schafft es immer wieder, vom Gegenteil zu überzeugen.
Das jüngste Beispiel ist Daniel Mack, der sich in einem Twitter-Beitrag kritisch über die Kirche geäußert hat. Wie Spiegel ONLINE berichtet soll er “keine Werbestunden mehr für eine völlig verrückte katholische Kirche” in einem Tweet geschrieben, um die Initiative Pro Ethik zu unterstützen. Nun wird er Ausländer, der die heimische Religion, beleidigt beschimpft. Sonst zeigen die Deutschen wenig Patriotismus, aber wenn ein etwas dunkelhäutiger Mensch etwas Negatives über die christliche Religion schreibt, dann wird es hochstilisiert und das Christentum wird auf einmal zu etwas Heimisches. Da fehlen mir einfach die Worte.
Aber solche Gedanken werden ja auch schon bei den Kindern eingepflanzt, wenn sie in unterschiedlichen Religionsunterricht, der nach Konfessionen und Religionen getrennt ist. So entstehen drei Gruppen: die Evangelen, die Katholiken und die Anderen. Die Anderen, das sind all jene, die eben nicht christlich sind. Da die Mehrheit der Deutschen aber Christen sind, ist der Ethikunterricht für die Anderen meist besetzt mit Kindern mit Migrationshintergrund. Viele Atheisten schicken ihre Kinder vor diesem Hintergrund daher auch lieber in den Religionsunterricht. Durch die Teilung entstehen Nischen, welche die Integration von Ausländern erschweren. Sie werden dadurch, dass sie Ethikunterricht und nicht zu einem der beiden christlichen Religionsunterrichte gehen, als anders abgestempelt und schließlich auch als Ausländer stigmatisiert. (Dass es bereits islamischen Religionsunterricht in einen Bundesländern versuchsweise gibt, weiß ich natürlich, soll hier aber mal außen vor gelassen werden, weil es eben nur versuchsweise ist.)
Daher finde ich, Berlins Ansatz einen gemeinsamen Ethikunterricht für alle Kinder zu haben, gut. Dass der Volksentscheid Religionsunterricht wieder bindend einzuführen gescheitert ist, begrüße ich. Andere Bundesländer sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Religion sollte Menschen nicht trennen sondern verbinden. Die Religionen dieser Welt verbindet viel mehr, als dass sie trennt. Das sollten Kinder im Ethikunterricht lernen. Sie sollten lernen, dass alle Menschen gleich sind, auch wenn sie eine andere Religion haben. So kommt auch niemand mehr anschließend auf die dumme Idee, die heimische Religion sei diskreditiert worden oder er müsse nach Afghanistan reisen, um auf eine Islamschule zu gehen.