Ich kann mich zurück erinnern, wann ich damit angefangen habe, zweisprachig zu bloggen, aber ich denke, dass ich nun schon andertalb Jahre sind und ich habe noch nie ein Fazit darüber geschrieben.
Zweisprachig zu bloggen, macht weniger Spaß als einsprachig zu bloggen, weil man jeden Beitrag zweimal schreiben muss. Einmal auf Englisch und einmal auf Deutsch. Manchmal kann das nervig sein, besonders dann, wenn ich den deutschen Beitrag zuerst geschrieben habe. Für gewöhnlich schreibe ich den englischen Beitrag zuerst, weil es für mich einfacher ist mein Englisch ins Deutsche zu übersetzen als umgekehrt. Aber manchmal mache ich den Fehler zuerst den deutschen Beitrag zu schreiben. Weil Deutsch meine Muttersprache ist, sind meine sprachlichen Fähigkeiten des Ausdrucks sehr viel fortgeschrittener. So passiert es häufig, dass mein deutscher Beitrag so kompliziert (im literarischen Sinn wird), dass ich außer Stande bin, ihn ins Englische zu übertragen. Aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, die englische Version zuerst zu schreiben und schreibe kaum noch die deutsche zuerst. Wenn ich über einen neuen Blogbeitrag nachdenke, denke ich sogar auf Englisch.
Aber warum habe ich noch nicht aufgegeben, wenn es weniger Spaß ist? Diese Frage könnte mit Ja oder Nein beantwortet werden, aber so simpel ist es nicht. Eigentlich habe ich viele Male darüber nachgedacht aufzuhören und in einer Sprache weiterzumachen. Aber das Dilemma diesen Gedanken ist: Welche Sprache soll ich wählen? In einem internationalen Medium wie dem Internet, wäre Englisch die erste Wahl, weil ich damit mehr Leute erreiche, möge man denken. Aber wenn ich aufhöre auf Deutch zu bloggen, verlöre ich meinen größten Fan.
Meine Beiträge sind nicht immer gleich auf Deutsch und Englisch. Es war Edgar Allan Poe, der sagte, dass eine Übersetzung niemals wortwörtlich sein sollte. Sie sollte so übersetzt werden, dass sie für den Leser des Übersetzung dasselbe Lesevergnügen darstellt wie für den muttersprachlichen Leser des Originals. Dieser Linie folge ich, daher kann es zu leichten Abweichungen zwischen der englischen und der deutschen Version kommen.
Ein weiteres Problem mit WordPress ist, dass WordPress eigentlich nicht für zweisprachige Webseiten gedacht ist. Es gibt diverse Plugins für Zweiprachigkeit. Ich habe die meisten davon gestest und entschieden, dass qtranslate die beste ist. Dennoch bringt das einige Unanehmlichkeiten mit sich. Ich kann keine Desktopsoftware zum Bloggen wie z.B. Live Writer verwenden. Viele Plugins, die ich die gerne hinzugefügt hätte, waren nur in einer Sprache verfügbar, entweder weil der Einstellungen das Sprachplugin nicht unterstützten oder weil der der Programmier hartkodierten Text verwendet hat.
Wenn ich nur in einer Sprache bloggen würde, dann würde ich häufiger bloggen, weil ich weniger Zeit durchs Übersetzen verlieren würde. Wenn ich einen Beitrag fertig habe, bin ich manchmal zu faul, ihn noch zu übersetzen, und verschiebe das auf den nächsten Tag. Manchmal ist es frustrierend, wenn der Kopf voller Idee für neue Beiträge ist, aber man immer noch Beiträge übersetzen muss.
Ich schreibe weiterhin auf Englisch, weil es heutzutage wichtig ist, dass man gutes Englisch spricht. Es ist eine gute Übung für meine Englischfähigkeiten und wahrscheinlich der wichtigste Vorteil des zweisprachigen Bloggens. Mit jedem Beitrag lerne ich neue Wörter und Möglichkeiten, mich auszudrücken. Natürlich brauch ich dafür ein wenig Hilfe: My eine beiden besten Freund sind LEO, das beste Online-Wörterbuch, und phrasen.com, die kompletteste Sammlung von Phrasen.
Bis dato denke ich nicht darüber nach eine Sprache zu streichen, aber ich könnte in naher Zukunft passieren.