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Der größte Unterschied zwischen einem deutschen und einem österreichischen Supermarkt

Auf meiner heutigen Radtour habe ich beim Edeka in Ainring halt gemacht. Ainring ist eine Gemeinde im Berchtesgardener Land und grenzt unmittelbar an Wals-Siezenheim in Österreich. Getrennt werden die beiden nur durch einen Fluss – der Saalach. Man merkt eigentlich fast gar nicht, dass man den Staat wechselt. Nur zwei unscheinbare verrostete Schilder weisen darauf hin, dass man jetzt einen anderen Staat betritt. Selbst der gesprochene Dialekt klingt für mich als Hessen absolut identisch. Was ist also anders?

Einem Deutschen werden in einem österreichischen Supermakt natürlich erst einmal die in seinen Augen merkwürdigen Begriffe, welche die Österreicher für manche Lebensmittel haben, auffallen. “Was ist ein Karfiol?” könnte eine Frage bei der deutschen Ausgabe von “Wer wird Millionär?” sein. Die richtige Antwort lautet Blumenkohl. Oder welcher Deutsche kann mir sagen, was Ribiseln, Paradeiser, Fisolen, Marillen, Kren, Topfen oder Kukuruz ist?

Aber diese Begiffe sind für mich nicht der größte Unterschied. Der größte Unterschied wurde mir im besagten Edeka bewusst. Es ist etwas, das ich in einem österreichischen Supermarkt mittlerweile nicht mehr wahrnehme, weil es für mich selbst verständlich geworden ist. Nämlich das man vom Personal freundlich gegrüßt wird. Es sagt nicht einfach mal so salopp in den Raum hinein “Grüßgott” sondern sucht auch den Augenkontakt. Anfangs wie ich nach Österreich immigriert bin, fand ich das ein wenig merkwürdig. Ich habe mich immer gefragt: Was wollen die von mir? Verwechseln die mich vielleicht mit jemandem? Aber nein, das ist in Österreich Gang und Gebe.
Wenn man mal länger vor einem Regal steht, kann es einem in Österreich auch passieren, dass man Personal gefragt wird, ob es behilflich sein kann. Das ist mir in einem deutschen Supermarkt noch nie passiert. Da fragt man sich doch manchmal, ob dort überhaupt Leute arbeiten. Deutschland ist eben einfach eine Servicewüste. Wenn man dann doch mal Personal findet, dann ist meistens hochkonzentriert dabei Waren in ein Regal einzuräumen, sodass es überhaupt nicht nach links und rechts gucken kann, um Kunden zu grüßen so wie es die “Kollegen” aus Österreich tun. Es könnte dabei ja die Gefahr bestehen, dass der Kunde am Ende noch eine Information möchte und mach doch noch Service leisten muss. Wenn man dann als Kunde so dreist ist und etwa fragt, wo man etwas Bestimmtes findet, bekommt man eine Antwort wie “zweiter Gang rechts”. Und in Österreich? Da wird man vom Personal zum begehrten Objekt geführt und wenn man will sogar noch beraten, welche Marke des gesuchten Produktes die beste ist. In einem Österreichen Supermarkt wird eben noch Wert auf Kundenzufriedenheit gelegt.

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Gockel – (k)ein einfacher Name

Gockel ist ein einfacher Name, sollte man meinen. Mein Nachname ist der eines Tieres und nicht Grzoczkełynski oder sonst etwas, was man auf jeden Fall buchstabieren müsste. Trotzdem haben die Österreicher so ihre Schwierigkeiten damit. Wenn ich gefragt werde, wie mein Name geschrieben wird sage ich immer “Gockel wie der Hahn”. Den Deutschen ist dann klar, dass der Name wie das männliche Gegenstück vom Huhn geschrieben wird – Gockel eben. In Österreich kommt dann trotzdem noch die Frage: “Mit L oder EL am Ende?” Diese Frage finde ich typisch österreichisch, denn in Deutschland hat mich das nie jemand gefragt.

Den Österreichern ist also irgendwie das Wort Gockel nicht so ganz geläufig. Denn nach der Frage, wie es endet, kommt dann meistens doch noch etwas Falsches bei raus: Gokel, Gogel Goggel. (“Nee, der Herr Google bin ich nicht nicht”, hab ich ich mir bei letzterem gedacht). Oder gerade heute hat es einer Goçl (C mit Çedille!) geschrieben. Da hab ich einen Moment überlegt, ob ich sage: “Nein, nein. Güçül mit zwei ü. Ich bin Türke!”

Das sind kleine kulturelle Unterschiede, die das Leben amüsanter machen. Ich muss einfach angewöhnen in Zukunft “mit CK und EL am Ende” zu sagen – andererseits auch nicht, weil sonst hab ich ja nichts mehr zu lachen.

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