Liebe Zugbegleiter der Deutschen Bahn,
euer Englisch ist grauenhaft! Ich wünschte, ich könnte wenigstens “bis auf wenige Ausnahmen” hinzufügen, aber Ihr sprecht alle schlechtes Englisch. Euer Arbeitgeber ist echt fies. Da verdonnert er Euch auf der einen Seite, Ansagen auf Englisch zu machen, und auf der anderen Seite schult er Euch nicht gescheit.
Die Touristen in den Zügen der Deutschen Bahn müssen ständig andere Reisende fragen, weil Ihr mangels guter Englischkenntnisse (in Vokabular, Grammatik und insbesondere Aussprache) keine gescheiten Ansagen machen könnt, wo wir gerade ankommen oder was Ihr über Anschlusszüge gesagt habt. Letzteres erspart Ihr Euch meistens ganz. Die meisten von Euch sind schon froh, wenn sie ein “We arrive Munich” auf Englisch hinter sich gebracht haben.
“We arrive Munich” – da läuft es mir jedes Mal eiskalt den Rücken runter. Ist das der Englischleitfaden, den die Deutsche Bahn heraus gibt? Ich hoffe nicht. Denn das ist falsch! “to arrive” kann nicht transitiv genutzt werden. “to arrive” heißt ankommen. Im Deutschen sagt Ihr ja auch nicht “Wir kommen München an” sondern “Wir kommen in München an”. Was ist also so schwer an dem kurzen Wörtchen in: “We arrive in Munich” – so wäre es korrekt. Wollt ihr sagen “Wir kommen am Hauptbahnhof München an.” dann sagt ihr “We arrive at Munich central station.” in = in, am = at. Ist doch nicht so schwer. Ist doch fast wie im Deutschen. Ich hoffe, ich habe Euch jetzt nicht überfordert.
Ich weiß natürlich warum ihr “to arrive” transitiv benutzt. In Euren deutschen Ansagen, sagt Ihr nämlich immer “Wir erreichen München.” Ihr denkt “to arrive” heißt erreichen. Ist aber nicht so. Erreichen heißt nämlich entweder “to reach” oder “to approach” und das könnt Ihr dann auch wieder transitiv benutzen.
Ich mach Euch ja keinen Vorwurf sondern Eurem Arbeitgeber. Der könnte echt mal ein paar Öcken in Euer Englisch investierten. Das würde er auch tun, wenn er ein service-orientieres Unternehmen wäre. Aber der Deutschen Bahn sind Ihre Kunden egal. Die Kunden sind nur das notwendige Übel, das man braucht, um Geld zu verdienen. Ob und wann man ans Ziel kommt, ist der Bahn natürlich egal, also warum sollte sie so kundenfreundlich sein und verständliche englische Ansagen machen?
Aber Ihr, lieber Zugbegleiter, könnt jetzt zu einer Besserung der Ansagen beitragen, indem Ihr “to arrive” bitte, bitte, bitte, bitte nicht mehr transitiv verwendet, denn ihr klingt dabei jedes Mal wie Volltrottel, wenn Ihr das tut.