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	<title>..:: Tiemsche&#039;s Blog ::.. &#187; Grammatik</title>
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		<title>Die Status und die Mehrzahl auf&#8211;us allgemein</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 19:12:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tiemsche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schon gewusst?]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>

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		<description><![CDATA[Statusse, Statuse, Staten, Stateen, Staaten, Stati, Statis, Statusis, Statusos,&#160; Statussis, Statüs, Statuten oder Statuen? Welches ist die richtige Merzahlform des Wortes Status? Bei kaum einem anderen Wort gibt es bei der Mehrzahlbildung so viel Kreativität wie beim Status. Die korrekte Form hingegen scheint nur wenigen bekannt. Sie lautet: Status (mit einem langen u gesprochen). Wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Statusse, Statuse, Staten, Stateen, Staaten, Stati, Statis, Statusis, Statusos,&#160; Statussis, Statüs, Statuten oder Statuen? Welches ist die richtige Merzahlform des Wortes Status? Bei kaum einem anderen Wort gibt es bei der Mehrzahlbildung so viel Kreativität wie beim Status. Die korrekte Form hingegen scheint nur wenigen bekannt. Sie lautet: Status (mit einem langen u gesprochen). Wird also genauso geschrieben wie die Einzahl, nur anders gesprochen. Das dürfte in der Alltagssprache aber kaum jemand richtig machen. Wem das jetzt noch immer noch Spanisch vorkommt, der kann es ja mal <a href="http://www.duden.de/rechtschreibung/Status">im Duden nachschlagen</a>.</p>
<p>Zugegeben einige der Mehrzahlformen aus der einleitenden Frage sind etwas weit hergeholt. Aber Statusse, Stati und Staten sind wohl die drei, die tatsächlich häufig verwendet werden. Warum <em>Statusse</em> so gebräuchlich ist, liegt auf der Hand. Die gebräuchlichsten lateinischen Wörter, die auf –us enden, bilden die Mehrzahl auf –usse: Abakus – Abakusse, Bonus – Bonusse (neben Boni), Bus – Busse, Exodus – Exodusse, Globus – Globusse (neben Globen), Korpus (im Sinne von Körper) – Korpusse, Rebus – Rebusse, Zirkus – Zirkusse u.a..     <br /><em>Stati</em> leuchtet schon weniger ein, denn in der deutschen Sprache gibt es nur eine Ausnahme eines Worts auf –us bei dem sich die lateinische Mehrzahl auf –i erhalten hat: Modus – Modi. Denn Moden sind ja wohl etwas anderes. [Weitere Ausnahmen Wörter die in Latein, die Mehrzahl auf –ora/-era bilden:&#160; Tempus – Tempora, Genus – Genera, Korpus (im Sinne von Sammlung) – Korpora, Opus – Opera.]</p>
<p>&#160;<em>Stati</em> ist wahrscheinlich nur deshalb beliebt, weil es hübsch klingt – so italienisch angehaucht und ist auch tatsächlich die italienische Mehrzahlform von <em>lo stato</em>. Ein interessanter Umstand findet sich bei Google Translate. Wenn man <a href="http://translate.google.com/#de|it|Die%20Status%0A"><em>die Status</em> von Deutsch auf Italienisch übersetzen</a> lässt, dann wird fälscherweise die Einzahl <em>lo stato</em> ausgegeben. Gibt man hingegen <a href="http://translate.google.com/#de|it|Die%20Statusse%0A">die falsche Mehrzahlform <em>die Statusse</em></a> ein, dann wird richtig <em>gli stati</em> ausgegeben.</p>
<p>Die <em>Staten</em> rühren wohl zu der Ähnlichkeit zum Worte Staat, dessen Mehrzahl Staat ist. Tatsächlich kommen beide vom Lateinischen Wort status, wurden nur zu unterschiedlichen Zeiten importiert. Während sich aus dem Wort status schon längst das Wort Staat entwickelt hatte, wurde es später noch einmal aufgenommen in der Bedeutung von Entwicklungsstadium. Es gibt tatsächlich eine Reihe von Wörtern auf –us,&#160; welche die Mehrzahl auf –en bilden. Zum Beispiel alle fremdwortbezeichnenden Wörter wie: Anglizismus – Anglizismen (englisches), Fennismus – Fennismen (finnisches), Gallizismus – Gallizismen (französisches), Latinismus – Latinismen (lateinisches). Wobei diese Wörter wohl eher selten in Gebrauch sind.</p>
<p>Der Status steht mit seiner Mehrzahlform aber auch nicht alleine da. Kasus, Kosinus, Lapsus, Passus, Sexus, Sinus und Usus sind weitere lateinische Fremdwörter im Deutschen, die den Plural mit einem langen u bilden.</p>
<p>Ein Wort auf –us, das in keines der Schemata passt ist <em>Kaktus</em>. Dass die Mehrzahlform von <em>Katkus</em> Kakteen lautet, liegt daran, dass es in der Einzahl auch die Form<em> </em><a href="http://www.duden.de/rechtschreibung/Kaktee"><em>Kaktee</em></a> gibt.</p>
<p>Bei meinen Recherchen zu diesem Blogbeitrag, habe ich heraus gefunden, dass die Mehrzahl <em>Statusse</em> im Duden von der 10. bis zur 13. Auflage (1929 bis 1947) neben der Mehrzahlform <em>Status</em> genannt wurde. Angesichts der Tatsache, dass beim Status so häufig eine falsche Mehrzahlform verwendet wird, ist es unverständlich, warum sie nicht wieder in den Duden aufgenommen wird.</p>
<p>Den nächsten, den ich dabei erwische, dass er die Mehrzahl von Status falsch bildet, den verdonnere ich dazu hundert Mal “der Status – die Status” zu schreiben.</p>
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		<title>Der sächsische Genitiv</title>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 16:32:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tiemsche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schon gewusst?]]></category>
		<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer wieder muss ich feststellen, dass Deutsche denken, dass &#8220;der sächsische Genitiv&#8221; sei ein orthographischer Begriff, der sich ausschließlich auf die für die englische Sprache typische Apostrophierung des Genitiv-s bezieht, sei, tatsächlich ist es aber ein grammatischer Begriff, der eine bestimmte Form des Genitivs beschreibt. Im Englischen muss man zwischen zwei Genitiv-Varianten unterscheiden: dem sächsischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder muss ich feststellen, dass Deutsche denken, dass &#8220;der sächsische Genitiv&#8221; sei ein orthographischer Begriff, der sich ausschließlich auf die für die englische Sprache typische Apostrophierung des Genitiv-s bezieht, sei, tatsächlich ist es aber ein grammatischer Begriff, der eine bestimmte Form des Genitivs beschreibt.</p>
<p>Im Englischen muss man zwischen zwei Genitiv-Varianten unterscheiden: dem sächsischen Genitiv, den das Englische aus seinen germanischen Wurzeln von den Angelsachsen übernommen hat und dem französischen Genitiv, den es von den romanisierten Normannen, die England im 11. Jahrhundert eroberten, übernommen hat.</p>
<p>Wir übersehen gerne, dass der deutsche Genitiv auch ein sächsicher Genitiv ist, weil wir den Genitiv heutzutage meistens hinten dran setzen und nicht mehr vorausstellen. &#8220;Des Mannes Hund&#8221; ist zwar grammatisch nicht falsch, klingt aber in unseren Ohren heutzutage etwas altmodisch. Zu Goethes Zeiten wäre es sicherlich noch die bevorzugte Variante gewesen, doch bevorzugen wir heute &#8220;der Hund des Mannes&#8221; zu sagen.<br />
Aber erstere Variante hat sich im Englischen als sächsischer Genitiv bis heute erhalten: the man&#8217;s dog. Im Gegensatz dazu gibt es wie gesagt den französisierten Genitiv: the dog of the man. Im Französichen wird, so wie in den meisten modernen romanischen Sprachen, der Genitiv nicht durch eine Beugung des Verbs oder Artikels ausgedrückt, sondern durch die Präposition de: le chien de l&#8217;homme. Im Englischen wurde de also zu of.</p>
<p>Hinter dem sächsischen Genitiv steckt also viel mehr als die Apostrophierung des s, die sich auch immer ins Deutsche einschleicht, auch wenn sie nach neuer Rechtschreibung in einigen Fällen sogar mittlerweile legitim ist. (Aber das ist wieder ein Beitrag für sich.)</p>
<table border="0" summary="Beispiel für den sächsischen Genitiv">
<caption>Beispiele im Überblick:</caption>
<tbody>
<tr>
<td>Deutsch</td>
<td>Französisch</td>
<td>Sächsischer Genitiv</td>
<td>&#8220;Normannischer&#8221; Genitiv</td>
</tr>
<tr>
<td>der Hund des Mannes oder<br />
des Mannes Hund</td>
<td>le chien de l&#8217;homme</td>
<td>the man&#8217;s dog</td>
<td>the dog of the man</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Übrigens lässt sich im Englischen der Genitiv genauso wie im Deutschen auch durch den Dativ ersetzen. &#8220;Dem Mann sein Hund&#8221; geht auch im Englischen: &#8220;the man his dog&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
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